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Paul Craig Roberts
Meine konservativen und republikanischen Bekannten glauben, dass die „liberalen Medien“ Amerika zerstören. Wenn ich sie frage, welche denn die liberalen Medien sind, ist die übliche Antwort: „alle.” Ich frage sie weiter, was mit Fox „News“ und CNN los ist und erkläre, dass die TV-Netzwerke nicht mehr unabhängig, sondern von gewaltigen Konzernkonglomeraten übernommen worden sind, und dass die „liberalen“ Nachrichtenmoderatoren allesamt gefeuert wurden oder gestorben sind.  
An diesem Punkt kommen meine Bekannten dann mit der New York Times und der Washington Post daher.
Ich erinnere sie daran, dass die Invasion des Irak nie möglich gewesen wäre ohne die New York Times, die den Weg bereitet hat. Judith Miller füllte diese Zeitung mit der neokonservativen Propaganda des Bush-Regimes, die orchestriert wurde, um die Akzeptanz der Öffentlichkeit für die Aggression der Vereinigten Staaten von Amerika gegen den Irak zu erreichen. Später brachte die New York Times eine Art Entschuldigung und Miller verließ die Zeitung.
Das ließ die Washington Post, anscheinend ein alter Aktivposten der CIA, als das „liberale Medium“ übrig, das Amerika zerstört, bis am 31. Oktober der Langzeitexperte dieser Zeitung David Broder schrieb, dass Obama die kommenden zwei Jahre damit verbringen sollte, dass er den Republikanern den Wind aus den Segeln nimmt und die Wirtschaft dadurch erneuert, dass er einen Entscheidungskampf mit dem Iran herbeiführt. Gegen den Iran in den Krieg zu ziehen, „die größte Bedrohung für die Welt,“ würde gleichzeitig die Republikaner mit Obama versöhnen und die Wirtschaft wiederherstellen. Durch die Befolgung von Broders Anleitung wird „Obama die Welt sicherer gemacht haben und würde als einer der erfolgreichsten Präsidenten der Geschichte betrachtet werden.“
Soweit also der „liberale“ Broder in der „liberalen“ Washington Post, der den von den Neokonservativen ersehnten Krieg gegen den Iran befürwortet.
Die Ironie geht noch tiefer. Meine Bekannten betrachten Obama als einen Marxisten und einen Muslim. Meine Bekannten kommen nicht auf die Idee, dass der Militär/Sicherheits-Komplex und Wall Street keinen Marxisten in das Weiße Haus setzen würden, oder dass AIPAC nicht einen Muslim in das Weiße Haus bekommen wollte, oder dass ein Muslim nicht einen mit doppelter amerikanisch-israelischer Staatsbürgerschaft zum Stabschef gemacht und in seine Regierung israelfreundliche Juden berufen hätte, oder dass ein Muslim nicht den Krieg gegen Afghanistan erneuert und neue gegen Pakistan und Jemen begonnen hätte, oder dass Obama, wäre er ein Muslim, etwas gegen das Abschlachten von Muslimen im Dienste der Weltherrschaftsagenda der Neokonservativen unternommen hätte.
Chris Hedges schreibt in Truthdig:
Die amerikanische Linke ist ein Phantom. Sie wird von der Rechten herbei gezaubert, um Barack Obama als Sozialisten zu etikettieren, und von den Liberalen benutzt, um ihre Gleichgültigkeit und Lethargie zu rechtfertigen. Sie lenkt die Aufmerksamkeit von der Macht der Konzerne ab. Sie führt den Mythos eines demokratischen Systems fort, das von den Stimmen der Bürger beeinflusst wird, politischen Plattformen und der Arbeit der gesetzgebenden Abgeordneten. Die Welt bleibt gut überschaubar aufgeteilt in eine Linke und eine Rechte. Das Phantom Linke fungiert als bequemer Sündenbock. Der rechte Flügel gibt ihr die Schuld an der moralischen Degeneration und dem fiskalischen Chaos. Die liberale Klasse benützt sie, um nach „Mäßigung“ zu rufen.
Die Konzerne, die die Massenkommunikation kontrollieren, zaubern das Phantom einer Linken herbei. Sie geben dem Phantom die Schuld an unserem Debakel. Und sie bringen uns dazu, sinnlos herumzureden.
Aber das ist Amerika. Die Leute können einfach nicht zwei und zwei zusammen zählen. Denken ist nichts, mit dem die amerikanischen Öffentlichkeit sich beschäftigt.
In der Tat sind die Amerikaner nicht fähig, sich über irgend etwas Gedanken zu machen.
Nehmen Sie die letzte Bomben-Panikmache, wo zunächst eine junge proamerikanische Studentin in Jemen beschuldigt wurde, die dann glücklicherweise freigelassen wurde, bevor sie gefoltert und vergewaltigt wurde. Angeblich kamen als Druckertintenpatronen getarnte Bomben durch die laxe Frachtkontrolle und waren unterwegs, um irgendwo hoch zu gehen. Jeder pflichtete unmittelbar der Geschichte bei. UPS-Piloten drängten Behördenvertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, weltweit die Frachtkontrollen zu verstärken. Die Vereinigten Staaten von Amerika entsandten ein Team nach Jemen, um die Sicherheitskontrolle zu übernehmen.
Irgendwie waren die Sicherheitsdienste, die die Attacke vom 9/11 nicht verhindern konnten, in der Lage, diesen Anschlag unter Kontrolle zu bringen, ehe er Erfolg hatte.
Betrachten wir den Zeitpunkt des vereitelten Anschlags. Der Vorstand der British Airways Martin Broughton und mehrere Europäische Behördenvertreter beschuldigten vor kurzem die Vereinigten Staaten von Amerika, von Flugpassagieren sinnlose Dinge zu verlangen wie das Ausziehen der Schuhe und getrennte Überprüfungen von Laptopcomputern. Broughton sagte sogar: „Europa sollte nicht jedesmal vor den Amerikanern in die Knie gehen, wenn diese wieder etwas haben wollen, um die Sicherheit auf Flügen in die Vereinigten Staaten von Amerika aufzupeppen.“
Der Eigentümer des Londoner Flughafens Heathrow stimmte zu. Die Europäische Union hat die Forderung der Vereinigten Staaten von Amerika an europäische Passagiere in Frage gestellt, Online-Checks vor dem Einchecken von Flügen in die Vereinigten Staaten von Amerika zu absolvieren, indem er dieses Verlangen als „beschwerliche Maßnahme“ bezeichnete.
Wie durch ein Wunder wird jetzt ein Anschlag aufgedeckt, der British Airways, den Londoner Flughafen Heathrow und die EU als „weich in Bezug auf Sicherheit vor dem Terrorismus“ hinstellt.
Oder wie wär´s mit diesem Motiv? Das Obamaregime möchte Killerteams der CIA in den Jemen schicken, um Leute umzubringen, die einer feindlichen Einstellung gegenüber Amerika verdächtigt werden. CIA-Drohnen sollten benutzt werden, um die Verdächtigten in die Luft zu jagen ungeachtet der bewiesenen Tatsache, dass die CIA-Drohnen, die in Afghanistan und unter Verletzung der pakistanischen Souveränität eingesetzt werden, hauptsächlich unschuldige Menschen töten.
Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh sagte, dass er gegen eine Verletzung der Souveränität seines Landes durch Amerika sei, aber, ach, es war die laxe Sicherheit des jemenitischen Präsidenten, die den Druckertintenpatronenanschlag ermöglichte. Wenn nicht die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika in Jemen Terroristen eliminieren, ist die Welt nicht sicher.
Die Amerikaner stellen nie die Frage der alten Römer: „wem nützt es?“
Nehmen wir zum Beispiel den „Unterhosenbomber.“ Wie wahrscheinlich ist es, dass Al Qaeda, die angeblich erfolgreich alle 16 Geheimdienste der Vereinigten Staaten von Amerika, den Nationalen Sicherheitsrat, NORAD, das Pentagon und die Geheimdienste aller Alliierten der Vereinigten Staaten von Amerika einschließlich Israels ausgetrickst und die World Trade-Türme zum Einsturz gebracht und erfolgreich das Pentagon selbst angegriffen hat, als nächsten Schritt sich damit zufrieden geben würde, nur ein Flugzeug mit einer Unterhosenbombe, einer Schuhbombe und einer Shampoo/Zahnpasta/Deodorant-Bombe in die Luft zu sprengen? Nachdem man den Status erreicht hat, der mit dem 9/11 verbunden ist, ist das Sprengen eines Flugzeugs ein massiver Absturz im Prestige, der das Bild einer weichgespülten Al Qaeda vermittelt. 
Und wieder, wem nützt es? Der offensichtlichste Nutznießer des Unterhosenbombers ist der Konzern, der die Ganzkörperscanner produziert, die die Leute zeigen, als wenn sie nackt wären. Offenbar waren die Geräte bereits produziert und warteten auf einen Vertrag. Ohne den Unterhosenbomber und ohne die Publicity und Angst, die die Medien hinsichtlich der neuen Bedrohung schürten, ist es höchst unwahrscheinlich, dass die Regierung mit einer dermaßen massiven Verletzung der Privatsphäre Erfolg gehabt hätte. 
Es wäre interessant zu wissen, welche Firma die Ganzkörperscanner herstellt und in welcher Beziehung zu den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels sie steht. Aber solche Fragen kommen weder den Amerikanern noch den „liberalen Medien“ in den Sinn.
Als Mitglied des Kongresspersonals in den 1970er Jahren, tätig in Repräsentantenhaus, Senat, Ausschüssen und Abgeordnetenteams lernte ich, dass außer in seltenen Fällen die Gesetze, die durch den Kongress beschlossen werden und die dann der Präsident unterzeichnet, entweder von Regierungsämtern oder von Lobbyisten verfasst werden. Der Kongress hat den PATRIOT Act nicht verfasst. Dieser wurde vor dem 9/11 verfasst und wartete auf seine Gelegenheit. Die nationale Sicherheitsberaterin von Präsident Bush, Condi Rice sagte, dass niemand je ein Ereignis wie den 9/11 vermutet hätte, mit Terroristen, die entführte Flugzeuge als Geschosse gegen World Trade Center und Pentagon verwendeten. Warum lag dann der voluminöse PATRIOT Act in Bereitschaft?
Wessen Kristallkugel hat die Zukunft gelesen und den PATRIOT Act im Vorhinein abgefasst?
Wessen Kristallkugel sah den Unterhosenbomber voraus und hatte die Ganzkörperscanner zum Einsatz bereit?
Sind das erstaunliche Zufälle oder orchestrierte Ereignisse?
 
Wer hat die Kristallkugel? 
 
 
 
 
erschienen am 3. November 2010 auf > Foreign Policy Journal  > Artikel



Paul Craig Roberts
In meiner letzten Kolumne „Wer hat die Kristallkugel?“ hinterfragte ich die Existenz der „liberalen Medien“ und ich bemerkte, dass es interessant wäre, den Hersteller des Ganzkörperscanners („Nacktscanner") zu kennen und etwas über die Beziehung dieser Firma zu den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels zu erfahren.
Konservative Leser schrieben mir, um mir mitzuteilen, dass ich dadurch, dass ich National Public Radio (NPR, das ist der „Kultursender" in den Vereinigten Staaten von Amerika, d.Ü.) nicht erwähnt habe, „die liberalen Medien“ unter dem Tisch versteckt habe. Ein weiterer Leser, der die Sachlage kennt, informierte mich über die Ganzkörperscanner-Firma und ihre Beziehung zu den Regierungen der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels.
Fangen wir mit letzterem an.
Die Ganzkörperscanner werden hergestellt von Rapiscan Systems, einer Firma, die von der Chertoff-Gruppe repräsentiert wird. Die Chertoff-Gruppe ist Michael Chertoff, ein Bürger mit doppelter, israelisch-amerikanischer Staatsbürgerschaft, der 2005 vom Hampelmann-Präsidenten George W. Bush zum Minister für Heimatland-Sicherheit bestellt wurde. Die Transportation Security Administration (TSA – Behörde für Transportsicherheit) nutzte Obamas wirtschaftlichen Anreiz, den American Recovery and Reinvestment Act, um 150 Rapiscan-Geräte zu kaufen. Viel größere Einkäufe werden vorbereitet. 
Chertoff war Bundesrichter am Berufungsgericht der Vereinigten Staaten von Amerika für den Dritten Bezirk, er war auch ein Bundesankläger, der die Verurteilung und Zerstörung der Buchhaltungsfirma Arthur Andersen betrieb, offenbar zu Unrecht, da die Verurteilung vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten von Amerika aufgehoben wurde. Bis dahin waren allerdings die Firma und die Arbeitsplätze und Laufbahnen ihrer Angestellten bereits von Chertoff zerstört worden.
Chertoff wurde von George W. Bush auch zum stellvertretenden Justizminister bestellt. Chertoff überwachte die 9/11-Untersuchung oder Nicht-Untersuchung.
Chertoff ist auch Mitverfasser des PATRIOT Act, einem Stück faschistischer Gesetzgebung, das die bürgerlichen Rechte der Amerikaner zerstört.
Heute nutzt Chertoff seine Empfehlungen aus Regierungszeiten, um Ganzkörperscanner in amerikanische Flughäfen zu installieren. Eine Bürgerrechtsgruppe, FlyersRights.org, hat Chertoff kritisiert wegen des Missbrauchs „des Vertrauens, das die Öffentlichkeit in ihn als ehemaligen Beamten gesetzt hat, um aus dem Verkauf von Ganzkörperscannern privaten Gewinn zu schlagen.“
Chertoffs Mutter Livia war Hostess der El Al Airlines und laut einigen Berichten Agentin des Mossad.
Jetzt zum National Public Radio NPR. Früher einmal war NPR eine alternative Stimme. Diese Stimme wurde während der Bush-Administration ausgeschaltet, als der republikanische Geldbeschaffer Gay Hart Gaines von Dubya zum Vizevorsitzenden der Corporation for Public Broadcasting (Gesellschaft für Öffentlichen Rundfunk) bestellt wurde, Cheryl Feldman Halpern als Vorstand und Elizabeth Sembler von Dubya in den Vorstand berufen wurden.
Diese Frauen sind gewiss nicht liberal. Gaines steht in Verbindung mit rechten und neokonservativen Organisationen wie dem American Enterprise Institute, der Heritage Foundation und dem National Review Institute. Laut Common Cause war Gaines „ein leidenschaftlicher Geldbeschaffer für Newt Gingrich.“
Halpern ist eine republikanische Spenderin und eine Kritikerin des NPR. Halpern beschuldigte NPR einer antiisraelischen Tendenz und meinte, dass Journalisten im öffentlichen Rundfunk für einseitige Sendungen bestraft werden sollten. Einseitige Sendungen sind die, die nicht in die Agenda der Republikaner und von AIPAC (mächtige proisraelische Lobbygruppe) passen. Halpern begleitete Präsident George W. Bush nach Jerusalem zur Feier des 60jährigen Bestehens des Staates Israel im Mai 2008. Halpern sitzt im Vorstand des Washington Institute for Near East Policy (Washingtoner Institut für Nahostpolitik), einer Ablegerorganisation von AIPAC, die sich in erster Linie mit der Beeinflussung der Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika beschäftigt, während AIPAC sich auf den Kongress konzentriert. Bei ihrem Bestellungshearing brachte Halpern ihre Meinung zum Ausdruck, dass Bill Moyers von Public Broadcasting System nicht objektiv sei und bedauerte, dass sie als Vorstand der Gesellschaft keine Macht habe, „jemanden physisch zu entfernen, der an der Beeinflussung von Nachrichten mitgewirkt hat.“ 
Sembler ist Direktorin für jüdische Studien an der jüdischen Tagesschule in Clearwater, Florida. Ihr Gemahl ist Geschäftsführer der Sembler Company, einer Firma, die Einkaufszentren entwickelt.
Der Vorstand der Corporation for Public Broadcasting verteilt öffentliche Mittel an nicht-kommerzielle Radio- und TV-Stationen. NPR wurde klar, dass die Finanzierung in Frage stand, und NPR ließ die Wahrheit Wahrheit sein, um das Geld zu behalten.
Die republikanische Übernahme wurde besiegelt durch eine Geldspritze seitens der Konzerne für NPR.
Heute bringt die Station gleich viele Werbeeinschaltungen für Spender aus der Wirtschaft wie eine kommerzielle Station. Sie gibt noch immer vor, von den Hörern finanziert zu sein, aber NPR gehört jetzt zu den vereinigten Medien und klingt wie die Stimme Israels.
Am 2. November zeigte die Nachrichtensendung von NPR dessen neue Farben. Als es über die von einem Gestapo-Militärtribunal über Omar Khadr verhängte Freiheitsstrafe von 40 Jahren für „Kriegsverbrechen“ berichtete, brachte NPR einen Kommentar der Witwe eines Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika, der in dem Kampf getötet wurde, in dem der verwundete 15-jährige Khadr gefangen genommen wurde, sowie eines Militäroffiziers der Vereinigten Staaten von Amerika im Ruhestand. NPR brachte keinerlei Kommentar von Rechtsexperten, die aufgezeigt hätten, dass dieses „Verfahren“ eine Verhöhnung des Gesetzes darstellt.
Khadr wurde gefangen genommen in verletztem Zustand nach einem vierstündigen Kampf in dem afghanischen Dorf Ayub Kheyl, das von den Vereinigten Staaten von Amerika angegriffen wurde. Er wurde beschuldigt, eine Handgranate geworfen zu haben, die einen Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika tödlich traf. Man kann unmöglich wissen, wer während eines Feuerkampfes eine Granate geworfen hat. Abgesehen davon ist die Anwendung von tödlicher Gewalt in militärischen Auseinandersetzungen kein Kriegsverbrechen.
Khadr wurde sieben Jahre lang in Guantánamo festgehalten, wo er gefolter wurde, bis er ein Geständnis ablegte. In seiner Gerichtsverhandlung wurde aus seinem Geständnis ein Handel über das Strafausmaß.  
Worum es in dem Verfahren gegen Khadr ging, ist die Feststellung, dass „feindliche Kämpfer,“ die Widerstand gegen die Aggression der Vereinigten Staaten von Amerika leisten, Kriegsverbrecher sind. Es wird davon ausgegangen, dass nur „Terroristen“ Widerstand gegen die amerikanische Invasion ihrer Länder leisten.
In dem NPR-Bericht war nichts davon zu hören. Stattdessen war Amerikas „alternative Stimme“ durch und durch neokonservativ. NPR präsentierte seinen Hörern die selbstgerechte Freudenfeier der Witwe des Soldaten der Vereinigten Staaten von Amerika,die, wie der Guardian berichtete (am 2. November) „ihre Faust in die Luft stieß und jubelte ‚ja’“. Die Witwe sagte, dass sie jetzt, nachdem endlich der Gerechtigkeit Genüge getan wurde, ihr Leben weiterführen könne. NPR setzte fort mit einem pensionierten Offizier des Militärs der Vereinigten Staaten von Amerika, der sagte, dass das Urteil gegen Khadr darauf hinaus laufe, dass man einen Mörder laufen lasse.
Khadrs Ankläger Jeffrey Groharing erklärte, dass das Urteil gegen Khadr „eine Botschaft an Al-Qaeda und andere senden werde, deren Bestrebungen und Ziele es seien zu töten und rund um die Welt Chaos zu stiften.“ Die Ironie in diesen Worten entging dem gezähmten NPR. Die Tode, die Al-Qaeda zugerechnet werden können, machen eine kleine Anzahl aus im Vergleich zu den Toden, die verursacht werden durch die überflüssige nackte Aggression der Vereinigten Staaten von Amerika und Israels gegen die Muslims im Irak, in Afghanistan, Palästina, Libanon, Pakistan, Jemen und Somalia. Groharing erklärte den 15-jährigen Khadr zu „einem richtigen Terroristen,“ der das Verbrechen begangen hat, Widerstand gegen die Aggression Amerikas zu leisten
Nun ehrlich, welche Art von Idiot würde NPR nach diesem Bericht als „das liberale Medium“ bezeichnen? 
Welche Botschaft hat Khadrs Urteil verkündet? Den unbekümmerten Amerikanern nur, dass endlich ein Terrorist seine gerechte Strafe bekommen hat, trotz der liberalen Medien. Für den Rest der Welt lautet die Botschaft: Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein moralisch bankrottes, selbstgerechtes Land, das glaubt, dass Macht Recht ist. Der amerikanische Anspruch auf die Führerschaft in der Welt ist in Verruf gekommen.
 
 
erschienen am 3. November 2010 auf > Foreign Policy Journal  > Artikel
 
 
 

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