Zahlen des RKI zur Grippe

Ein typisches Beispiel, wie die Risiken einer Infektionskrankheit von den Gesundheitsbehörden systematisch aufgebauscht werden, ist die Influenza, also die Virusgrippe. Jährlich sterben laut RKI Tausende and der Virusgrippe, also an den verschiedenen Typen der Influenza-Viren: Allein im Winter 1995/96 sollen es bis zu 32.000 Todesfälle gewesen sein. (1) Das ist eine stattliche Zahl und entspricht der Einwohnerzahl einer mittelgrossen Stadt, die - laut den Behörden - jedes Jahr durch das Influenza-Virus ausradiert wird. Im Jahresdurchschnitt, so heisst es in vielen Veröffentlichungen, sollen es etwa 10.000 Todesfälle sein.
Wenn diese Zahlen stimmen, dann dürfen wir natürlich froh und Dankbar dafür sein, dass sich die Behörden des Themas jedes Jahr aufs Neue so intensiv annehmen. Im Rahmen unserer Plausibilitätsprüfung wollen wir uns nun ansehen, ob diese Zahlen stimmen können.
Zunächst werfen wir einen Blick auf die amtliche Todesursachenstatistik, die beim Statistischen Bundesamt (destatis.de) angefordert werden kann. Dort finden wir als die genaueste Kategorie die Todesfälle mit "laborbestätigter Influenza". (2) Das sind also die Fälle, in denen die Influenza-Infektion auch vom Arzt, der die Todesursache feststellte, erkannt und vermerkt wurde. Hier erleben wir nun die erste Überraschung:
Von 1998 bis 2010 wurden jährlich durchschnittlich 15 Todesfälle mit Influenza-Laborbefund erfasst. Das ist etwa ein Tausendstel der Zahlen, die vom RKI verbreitet werden.
Ein Blick auf die Krankenhausstatistik bekräftigt diese Zahlen. Hier wurden laborbestätigte Influenza-Todesfälle zwar leider nur zwischen 2000 und 2003 erfasst, jedoch liegt die durchschnittliche Todesrate hier sogar noch unter der Totenschein-Statistik, nämlich bei 10 Todesfällen im Jahr. Das Durchschnittsalter der laut Totenschein mit Influenza-Laborbefund Verstorbenen liegt übrigens bei 73 Jahren. Es sind also vorwiegend Menschen betroffen, die bereits ein typisches Sterbealter erreicht haben, was man durchaus auch als vorrangige Sterbeursache ansehen könnte. Erweitern wir die Definition etwas, indem wir die vermuteten Influenza-Todesfälle mit einbeziehen, kommen wir laut Totenschein-Auswertung auf einen Durchschnitt von 172 Fällen im Jahr und laut Krankenhausstatistik auf 60 Fälle im Jahr - weit abgeschlagen von den ca. 10.000 Fällen des RKI.
Seit 2009 sind laborbestätigte Influenza-Todesfälle laut Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig. Im Winter 2009/10 gingen 250 Meldungen beim RKI ein, im Winter 2010/11 waren es 160. Wir haben also je nach Erweiterung der Influenza-Definition und Änderung der Datenquellen (z.B. Totenscheine, Krankenhäuser, Meldungen an Gesundheitsämter) durchaus unterschiedliche Zahlen, jedoch reichen diese bei weitem nicht an die Zahlen von durchschnittlich 10.000 Todesfällen heran, die von der deutschen Seuchenbehörde propagiert wurden.
Bei den vom RKI angegebenen Todesfällen handelt es sich nicht etwa um Zählungen, sondern um Schätzungen. Diese seien notwendig, weil die auf regulärem Weg erfassten Influenza-Todesfälle nur eine Teilmenge der tatsächlichen influenza-bedingten Todesfälle darstellen. Bei der überwiegenden Mehrzahl der Fälle werde das Influenzavirus gar nicht als verursachender bzw. mitverursachender Faktor erkannt, und selbst dann, wenn ein Influenzaverdacht oder gar ein Laborbefund vorliege, könne es sein, dass die betreunden Ärzte eine vorliegende Grunderkrankung als Hauptursache im Totenschein ansehen und eintragen. Dadurch könnten im Totenschein alle möglichen Diagnosen stehen, selbst wenn eine Influenza-Infektion vorlag.
Diese Begründung für die Notwendigkeit ist zunächst durchaus nachvollziehbar. Die Frage ist nun, wie man auf die letztendlich verbreiteten Zahlen kommt. Naheliegend wäre es, im Rahmen einer Studie in einem fest definierten örtlichen und zeitlichen Rahmen alle Todesfälle systematisch zu untersuchen und den Anteil derer festzustellen, die fälschlicherweise nicht mit Influenza in Verbindung gebracht wurden. Diese Studien wären regelmässig zu wiederholen, um zu überprüfen, welches Ausmass diese Dunkelziffer annehmen kann und ob sie kalkulierbar ist. Solche Studien sind jedoch überraschenderweise nicht die Grundlage der Schätzungen. Das RKI geht hier ganz anders vor.
Die Formel, mit der gearbeitet wird, ist sehr kompliziert. Es wird die offizielle Sterbestatistik ebenso berücksichtigt wie der Verlauf der jährlichen Grippewelle, die Verbreitungsgeschwindigkeit und -richtung, die Erkrankungshäufigkeit und -schwere. Doch diese Berechnungsgrundlage ist derart komplex, dass vermutlich in ganz Deutschland nur die Autoren vom RKI damit umgehen können. Diese Formeln werden so gut wie nie kritisch hinterfragt und deshalb wurden sie bisher auch nie entweder als korrekt bestätigt oder aber widerlegt.
Doch letztendlich könnten diese komplexen Formeln nur das verschleiern, was viele Impfkritiker vermuten: Die Anzahl der Todesfälle in den kälteren Monaten übersteigt normalerweise die in den wärmeren Monaten des Jahres. Das RKI nimmt diese Differenz und schiebt sie ganz einfach ganz einfach dem Influenza-Virus in die Schuhe.

Dieser Text stammt aus der Zeitung "ExpressZeitung Nr. 18" vom Juli 2018, also lange vor Corona.
Und wenn man das Jahr 2020 anschaut, hat sich beim RKI wohl nicht viel getan, was die Wissenschaftlichkeit verbessert hat.

Quellen:
(1) -> AGI-Sonderbericht 2006/07, S.27 (www.rki.de)
(2) -> Codierung nach ICD-10 090-101

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